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Foto: Clerkenwell/iStock.com

Hochschul-Bildungs-Report 2020

Der Hochschul-Bildungs-Report ist die zentrale Publikation der Bildungsinitiative "Zukunft machen". Darin analysieren der Stifterverband und McKinsey jährlich auf sechs Handlungsfeldern die deutsche Hochschulbildung.

Jahresbericht 2019

Future Skills: Für morgen befähigen

Welche Fähigkeiten benötigen Menschen für ihr berufliches, aber auch für ihr gesellschaftliches Leben in den kommenden Jahren? Wie muss sich das Bildungssystem entwickeln, um seinen Beitrag zur Vermittlung dieser Fähigkeiten zu leisten? Antworten auf diese Fragen bietet der aktuelle Hochschul-Bildungs-Report 2020. Mittlerweile zum fünften Mal liefert die Untersuchung die relevanten Zahlen zum Status der Hochschulbildung in Deutschland – in sechs Handlungsfeldern entlang von 70 Indikatoren.

Fokusthema in diesem Jahr ist das Handlungsfeld Quartäre Bildung, in dem es um wissenschaftliche Weiterbildung geht. Eine zentrale Erkenntnis: Education-Start-ups mischen zunehmend den Weiterbildungsmarkt auf – auch im akademischen Bereich. Diese relativ jungen und innovativen Unternehmen und Onlineplattformen punkten durch ihre aktuellen Future-Skills-Angebote, durch eine hohe Anwendungsorientierung und durch innovative Erlösmodelle. So bieten acht der zehn umsatzstärksten Education-Start-ups technologische Future Skills an. Das Lernen ist häufig projektbasiert, individualisiert – also auf einzelne Lernende oder Gruppen von Lernenden zugeschnitten – und an der Anwendungsrealität orientiert. Die Erlösmodelle halten die monetäre Hemmschwelle zumeist niedrig und reichen von Freemium-Modellen (Bezahlen nur für Premiuminhalte) über Abonnements bis hin zur Bezahlung nach Kurserfolg.

Der im August 2019 erschienene Hochschul-Bildungs-Report untersucht den Erfolg von Education-Start-ups erstmals genauer und zeigt die Bereiche auf, wo Hochschulen von ihnen lernen können.

Hochschul-Bildungs-Index: Zentrale Ziele werden verfehlt

Der Hochschul-Bildungs-Index erreicht 2017 auf seiner Skala von 0 bis 100 Punkten lediglich 46 Punkte. Das ist zwar im Jahresvergleich ein Plus von 5 Punkten, aber viel zu wenig, um das Ziel von 70 Punkten zu erreichen, das für die sechs Handlungsfelder für das Jahr 2017 gesetzt wurde. Diese Zahl erreicht nur ein Handlungsfeld: die Internationale Bildung mit 75 Punkten. Die Indikatoren in diesem Handlungsfeld weisen alle darauf hin, dass die Internationalisierung des deutschen Hochschulsystems weiterhin in einem beachtlichen Tempo voranschreitet.

Mit 47 Punkten liegen die Indikatoren für eine Chancengerechte Bildung im Mittelfeld – ebenso wie die Indikatoren des Handlungsfelds Beruflich-akademische Bildung (40 Punkte) – und kommen deutlich langsamer als die Internationale Bildung voran. Der Bereich der MINT-Bildung konnte mit einem Plus von 6 Punkten zwar etwas überdurchschnittlich zulegen, bleibt mit 41 Punkten aber ebenfalls weit hinter der Zielsetzung von 70 Punkten zurück. Schlusslichter bilden die beiden Handlungsfelder Lehrer-Bildung und Quartäre Bildung. Die Lehrer-Bildung erreicht 30 Punkte (plus 1) und die Quartäre Bildung 31 Punkte.

Im Laufe der vergangenen zwei Jahre hat der Index nur 4 Punkte hinzugewonnen. Um im Jahr 2020 die Zielmarke von 100 Punkten zu erreichen, muss der Wert eines Handlungsfeldes aber jährlich um 10 Punkte zulegen. Konkret heißt das: Fast kein Indikator im Bereich Weiterbildung hat sich groß bewegt. Der Anteil der Studierenden im Teilzeit-, Fern- oder Weiterbildungsstudium verharrt auf niedrigem Niveau. Der Anteil an weiterbildenden Masterstudiengängen war sogar rückläufig.

Einen Lichtblick gibt es: Der Anteil der berufsbegleitenden Masterstudiengänge hat sich seit 2013 fast verdoppelt. Die Zahlen des Indexes sind alarmierend, insbesondere da es durch die rasante Veränderung der Arbeitswelt einen enormen Weiterbildungsbedarf gibt.

 

Die Bildungsinitiative "Zukunft machen"

Mit der Bildungsinitiative "Zukunft machen" möchte der Stifterverband in den kommenden Jahren neue Impulse für die Hochschulbildung geben. Wie muss sich das deutsche Bildungssystem weiterentwickeln, wenn wir international weiterhin auf Augenhöhe mit den Besten agieren wollen? Dazu hat der Stifterverband zentrale Handlungsfelder identifiziert und quantitative Bildungsziele für den Hochschulbereich im Jahr 2020 formuliert. In seinem jährlich erscheinenden Hochschul-Bildungs-Report überprüft der Stifterverband in Kooperation mit McKinsey & Company, ob sich Deutschland diesen Zielen annähert.

Mehr zu "Zukunft machen" auf der Website des Stifterverbandes

Der Hochschul-Bildungs-Report 2020 ist eine Initiative von